ich steine, du steine
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Da baut man eine Mauer um sein Herz und dann gibt es so Menschen, die nehmen 'ne Leiter!

Wobei du das nicht getan hast. Du gehörst zu der Sorte Mensch, der man freiwillig den Schlüssel für die einzige Tür darin schenkt. Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet, dass wir nochmal schreiben, weil ich gehört hatte, dass du nicht viel on kommst. Aber - Überraschung! - du bist jeden Tag on gekommen. Wir haben oft bis spät in die Nacht geschrieben, obwohl wir beide früh aufstehen mussten. Ich wollte alles über dich wissen und du alles über mich. Dann haben wir uns ständig verpasst.

Mir gefiel das überhaupt nicht, also haben wir angefangen, Nachrichten zu schreiben. Ich weiß noch, dass ich jedes Mal, wenn ich on kam, mindestens eine /m von dir hatte, und mich darüber gefreut habe wie 'n Kleinkind. Ich habe Freak zu dir gesagt, weil du sowas gutmütiges Verrücktes hast. Ich mag ja nur komische Menschen, daher war das sehr praktisch. Vor allem wusste ich, dass du dich wirklich dafür interessierst, wie es mir geht, und das ist verdammt viel wert. Wir haben eine Million Gemeinsamkeiten gefunden und es war einfach wunderbar. Spätestens als du erzählt hast, dass du gerne kuschelst, dachte ich, dass du unfassbar traumhaft bist. Ich habe dich an die 1000mal gefragt, ob in Tübingen alle zu blind und blöd sind oder wie du sonst keine Freundin haben kannst. Oder? Es war schon alles sehr wow. Dinge, für die ich keinen besseren Begriff habe, sind bei mir einfach wow - Menschen übrigens auch.

Wenn wir geschrieben haben, war der Rest der Welt ausgeblendet. Es waren nur du und ich. Ich verstehe das bis heute noch nicht, aber ich hinterfrage es auch nicht, dazu war es viel zu schön. An guten Tagen waren wir glücklich, wir haben zusammen gelacht und uns waren all die Probleme egal. Unbezahlbar.

Es gab auch schlechte Tage. Solche, an denen ich mit Tränen in den Augen zu dir gekommen bin oder du zu mir. Das lag meistens daran, dass wir beide Menschen wollten, an denen wir fast zerbrochen sind. Es war schlimm, aber wir haben uns verstanden, weil wir eben beide so waren. Wir haben aufeinander aufgepasst und uns gegenseitig gehalten, damit keiner zu tief fällt. Das konnten wir gut. Egal, wie schlecht es mir ging, wie sehr mich alles fertig gemacht hat, wieviel ich geweint hatte - du hast es hinbekommen, dass ich gelacht habe. Du warst ein kleines Sensibelchen und hast dich wie ein Kleinkind an etwas geklammert. Ich mochte dich jeden Tag ein bisschen mehr. Du wurdest mein Seelenverwandter, obwohl es sowas für mich nie gegeben hatte. Jemand, der mir bei allem hilft. Jemand, den ich beschützen und dem ich beistehen wollte. Jemand, der mehr wert war als alles auf der Welt. Ich habe dir alles anvertraut, auch Dinge, die ich sonst niemandem sagte. Aus "ich mag dich" wurde "ich lieb' dich" und daraus "ich liebe dich". Es gab eine Zeit, in der ich immer wusste, wie es dir gerade geht, auch wenn du noch so weit weg warst. Ich dachte, ich werde verrückt. Ich saß im Zug, las ein Buch und es ging mir gut. Dann war ich plötzlich furchtbar traurig und habe an dich gedacht. Ich hab's nicht verstanden, bis du mir gesagt hast, dass du deinen Dad getroffen hast. Es hatte etwas von Wunder und Wahnsinn, so tief mit dir verbunden zu sein, irgendwie war es auch beängstigend. Aber viel schlimmer war es, als es weg war. Mir ist diese Verrücktheit nämlich viel lieber, als die Verbindung zu dir zu verlieren!

14.5.11 18:43
 


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